56 Tage.
Am 2. April 2026 hat Volkswagen in einer kurzen Meldung angekündigt, die alte Schnittstelle der Marken-Apps ab Kalenderwoche 21 zu schließen. Am 27. und 28. Mai ging dann nichts mehr, bei allen Konzernmarken von Audi bis Škoda.
Laut VW war die Schnittstelle nur für die eigenen Apps gebaut. Drittanbieter haben sie per Reverse Engineering genutzt, zum Beispiel für die Ladesteuerung zu Hause, und VW hat das lange geduldet. Seitdem bekommen Unternehmen offizielle, kostenpflichtige APIs über Partner. Kunden bekommen das Data-Act-Portal mit einem Datenexport, Echtzeit gibts dort keine.
Ich erzähl das nicht, um auf VW zu zeigen. Ford hat vor kurzem ebenfalls die API für Privatkunden abgedreht. VW ist aber der Fall, der am besten öffentlich dokumentiert ist.
Im ersten Jahr eines Gesetzes, das kontinuierlichen Zugang in Echtzeit vorsieht, wo es technisch machbar ist, wurde der Zugang also nicht geöffnet, sondern erstmal geschlossen. Dass laufender Datenzugang bei diesen Autos technisch geht, hat die alte Schnittstelle gezeigt. Ob ein Portal den Anspruch aus Artikel 4 Absatz 1 genauso erfüllt, muss irgendwann eine Behörde klären.
Bei BMW gibts für Kunden weiterhin eine kostenlose API. Darauf hab ich mir, nur für mich, eine kleine App für meinen MINI gebaut. Fehlercodes bekomm ich da zum Beispiel keine, aber im Prinzip kann sich damit jeder seine eigene App bauen.
Eine Petition, die von allen Herstellern dokumentierte Schnittstellen fordert, läuft schon seit November 2025. Stand 14. September hat sie 19.678 Unterschriften.
Wer ein Produkt auf Herstellerdaten baut, baut auf einer Schnittstelle, die er nicht kontrolliert. Daran ändert auch der Data Act vorerst nichts. Dazu mehr im letzten Teil der Serie.
Zuerst erschienen auf LinkedIn.
Zurück: Kostenlos. Nur nicht für Firmen Alle Teile der Serie